Christine Börsch-Supan

Christine Börsch-Supan ist Sängerin, Komponistin und Performerin. Studium Jazzgesang und Masterstudium „Digitale Musikproduktion und Live-Elektronik“ an der Hochschule für Musik in Würzburg. Weiterbildungen und Masterclasses im Bereich freie Improvisation und Neue Musik sowie Tanz und Körperarbeit.
Ihr künstlerischer Schwerpunkt ist die Band HOPE, eine vierköpfige Triphop/Avantgarde Pop Formation. Gründung 2014, seither rege Konzerttätigkeit, Veröffentlichung von drei Singles („raw“ 2015, „cell“ 2016, „kingdom“ 2017) und dem Album „Hope“. Kooperationen mit VJs und Film. Christine Börsch-Supan lebt und arbeitet in Berlin. Neben HOPE komponiert, singt und performt sie für Theater- und Tanzproduktionen sowie spartenübergreifende Performances.

Moritz Majce

ist in Wien geboren und lebt und arbeitet in Berlin und Wien. Während seines Kunst- und Philosophiestudiums begann er die Möglichkeiten einer Dynamisierung des Verhältnisses von Kunstwerk und Betrachter auszuloten. Er entwickelte die »Einzelaktion«, ein Format zwischen Ausstellung und Aufführung, in der die Zuschauerperspektive als Gegenüber aufgelöst wird in eine Betrachtungsweise, die selbst Teil des Kunstwerks ist. In Bezugnahme auf die antiken Anfänge des Betrachtungsdispositivs der europäischen Kunst und des Theaters und einer damit verbundenen, bis in die Gegenwart wirksamen Aufteilung des Raumes, führt er mit unterschiedlichen Mitteln, von Installation und Skulptur über Performance und Tanz bis Fotografie und Video seine Forschungen zu Blick und Raum weiter. Zusammen mit Sandra Man arbeitet er an einer künstlerischen Praxis, deren Ausgangspunkt die Auffassung von Raum als Geschehen ist, das auch die Körper und Sinne der Zuschauenden umfasst: die <a href=“http://blog.moritzmajcesandraman.com/?p=665″>Raumchoreographie</a>.

Sandra Man

lebt und arbeitet in Berlin, Wien und Obervellach. Nach ihrem Studium der Literatur­wissen­schaft und Philosophie begann sie als Autorin und Choreographin zu arbeiten. Ihre Texte schreibt sie für Rauminstallationen und Choreographien, sie werden gesprochen, gesungen und vom Publikum gelesen. Sie interessiert sich für Lyrik, für Sprache als Klang und Rhyth­mus, geschrieben für Stimmen und tanzende Körper. Ausgehend von eigenen Empfindungen und Wahrnehmungen kreisen ihre Gedichte um die Fragilität und Durch­lässig­keit von Kör­pern, offen für Transformationen in alle organischen und anorganischen Richtungen, von Fleisch bis Stein, von Zelle bis Planet. Die Texte sind lyrische Protokolle von Verkörperungen und zugleich Meditationen über einen Welt-Raum, der alles durchströmt. Dieser bewegte und bewegliche Raum ist auch der Ausgangspunkt für ein Verständnis von <a href=“http://blog.moritzmajcesandraman.com/?p=821″>Choreographie als Raumkunst</a>, an dem sie mit Moritz Majce zusammen arbeitet.

22., 23., 24.02. | Mathias Traxler & Harald Muenz

Mittwoch (22.), Donnerstag (23.) und Freitag, 24. Februar 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Programmschwerpunkt CON_TEXT
„Haut-Parleurs“ von und mit Mathias Traxler & Harald Muenz

 

Im Januar hat die Veranstaltungsreihe CON_TEXT mit Cia Rinne und Gernot Wieland begonnen, im Februar bereiten der schweizer Schriftsteller Mathias Traxler und der deutsche Komponist Harald Muenz gemeinsam gleich drei Abende vor!

© Robert Golinski

Sie beschreiben ihr Veranstaltungskonzept so:

„Im Klang von Orchester hört man die einzelnen Körper, die mit ihren Instrumenten hantieren. Dass bestimmte Bücher, die in einem Rucksack transportiert sind und sich darin berühren und zwischen den Menschen, die dieses Buch gelesen haben, eine Verbindung entsteht. In 2 Räumen versuchen Traxler und Muenz 1 Gedicht zu sagen.“

Jede der zehn geplanten CON_TEXT-Veranstaltungen wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt.

 

 

© Privat

Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische

Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen. Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

Marion Breton, Tom Nobrega, Barbara Marcel

Marion Breton, Génération 90. Based in Berlin & born in Paris under the name of Marion — a name her grandpa saw as a bad omen: « Marion? Souillon » / slob/! In response to this initial curse, she sometimes named herself Ablana Thanalba (Hocus Pocus in Hebrew) as if she had to conjure the world and invoke a shared locus (loci, loca, in Latin: uterus) where she develops a special sponge-actor being. She sips and digests all kind of atmospheres and materials: videos, poetry, texts or writings. But, on second thought, she would rather be a slob in her barrel; a barrel where she could pick up and put bits of everyone that she found on her way and realize the conditions of an unproductive life, a Sisyphean reform of inaction.

 

© privat

Tom Nobrega speaks with an accent even when he speaks his own tongue. He uses two hearing aids, has seven titanium nails in his ankle, wears contact lenses and has three artificial teeth. He doesn’t have a home, doesn’t have a cell phone and he is never exactly sure where in the world he is going to be in the next months. He was born in Sao Paulo, Brazil, but has more than one name and nationalities, including the official, affective, and mythic ones. He is a compulsive traveler and does a lot of not exactly useful things, such as making strange utterances in languages that do not exist, losing an unbelievable amount of objects, finding amulets, reading astrological charts, writing poems, making repetitive gestures and playing instruments he cannot play. He is currently committing himself to the Unknown University, a mysterious university without a fixed place that guides his steps even when he is not paying attention to it.

 

© Julian Menand

Barbara Marcel (Rio de Janeiro, 1985) is a filmmaker and visual artist based in Berlin, whose works investigate the relations between nature, its cultural histories and colonial imaginaries. In her artistic research PhD at the Bauhaus-University in Weimar, Marcel is investigating the essay-film as a historiographical tool for decolonized thinking with and through images, with the Botanical Garden Berlin-Dahlem and its plants being her current material of study.

Recent exhibitions include: Tropic Matters V240 Amsterdam (solo show, 2017), Omonoia, Athens Biennial (2016); There will come soft rains, GMK Berlin (2016); Vision and Fear Station, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (2015); On Projection, Kühlhaus Berlin (2015); Through the looking screen, 175 Gallery Seoul (2015); Desvenda, Galeria Marta Traba – Fundação Memorial da América Latina, São Paulo (2013); Return to Forever, TZB Gallery of the Czech Centre Berlin (2013).

Marion Breton, Tom Nobrega, Barbara Marcel

Marion Breton, Génération 90. Wohnhaft in Berlin und geboren in Paris unter dem Namen Marion – einem Namen, den ihr Großvater für ein böses Omen ansah: « Marion? Souillon », das heißt Tölpel! Als Antwort auf diese anfängliche Verwünschung nannte sie sich manchmal selbst Ablana Thanalba (Hocus Pocus auf Hebräisch), als ob sie die Welt verzaubern und sich auf einen gemeinsamen locus (im Lateinischen loci, loca, für Uterus) berufen müsste, in welchem sie ihr bestimmtes Wesen als sponge-actor entwickelt. Sie schluckt und verdaut alle Arten von Stimmungen und Materialien: Videos, Poesie, Texte und Schriften. Aber bei nochmaliger Überlegung wäre sie wohl eher ein Tölpel in ihrer Tonne; einer Tonne wo sie alle aufheben und –sammeln könnte, die sie auf ihrem Weg findet, und wo sie die Bedingungen eines unproduktiven Lebens, einer unermüdlichen Erneuerung der Trägheit, begreifen könnte.

 

© privat

Tom Nobrega spricht mit einem Akzent, selbst in seiner eigenen Sprache. Er nutzt zwei Hörhilfen, hat sieben Nägel aus Titan in seinem Knöchel, trägt Kontaktlinsen und drei künstliche Zähne. Er hat kein Zuhause, hat kein Handy und ist sich nie sicher, wo genau in der Welt er in den nächsten Monaten sein wird. Er wurde in Sao Paulo, Brazilien, geboren, hat jedoch mehr als nur einen Namen und eine Nationalität – die offiziellen, die emotionalen und die mythischen eingeschlossen. Er ist ein notorischer Reisender und macht eine Menge nicht direkt nützlicher Dinge wie zum Beispiel seltsame Äußerungen in einer nichtexistierenden Sprache, eine unglaubliche Menge an Gegenständen verlieren, Amulette finden, astrologische Kalender lesen, Gedichte schreiben, wiederholende Gesten machen und Musikinstrumente spielen, die er eigentlich gar nicht spielen kann. Gerade widmet er sich der Unknown University, einer mysteriösen Universität ohne festen Ort, die jeden seiner Schritte begleitet, selbst wenn er ihr gar keine Aufmerksamkeit schenkt.

 

© Julian Menand

Barbara Marcel (Rio de Janeiro, 1985) ist eine in Berlin lebende Filmemacherin und visuelle Künstlerin, deren Werke die Beziehung zwischen Natur, ihrer kulturellen Geschichte und ihrer kolonialen Imaginationen untersucht. Während ihrer künstlerischen Forschung im Rahmen ihrer Promotion an der Bauhaus-Universität in Weimar setzt sich Marcel mit Essay-Filmen als historiographische Medien für entkolonialisiertes Denken auseinander, wobei der Botanische Garten Berlin-Dahlem und seine Pflanzen gegenwärtig Gegenstand ihrer Studien sind.

Kürzliche Ausstellungen: Tropic Matters V240 Amsterdam (Einzelausstellung, 2017), Omonoia, Athens Biennial (2016); There will come soft rains, GMK Berlin (2016); Vision and Fear Station, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (2015); On Projection, Kühlhaus Berlin (2015); Through the looking screen, 175 Gallery Seoul (2015); Desvenda, Galeria Marta Traba – Fundação Memorial da América Latina, São Paulo (2013); Return to Forever, TZB Gallery of the Czech Centre Berlin (2013).

Daniela Seel

© Anne Provoost

Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt/M., lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks in Berlin. Daneben arbeitet sie u.a. als Kritikerin, lektoriert für andere Verlage, veranstaltet, unterrichtet, juriert und übersetzt, etwa Lisa Robertson und Rozalie Hirs, und ist aktiv bei KOOK e.V. und im Netzwerk freie Literaturszene Berlin. Zahlreiche internationale Auftritte und Kollaborationen, u.a. mit dem Illustrator Andreas Töpfer und dem Tänzer David Bloom. Daniela Seel veröffentlichte die Gedichtbände <em>ich kann diese stelle nicht wiederfinden</em>, kookbooks 2011, und <em>was weißt du schon von prärie</em>, kookbooks 2015, sowie gemeinsam mit Frank Kaspar das Radiofeature <em>was weißt du schon von prärie</em>, SWR/DLF 2015. Für ihre Arbeiten wurde Daniela Seel vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg, dem Kunstpreis Literatur von Lotto Brandenburg und dem Horst-Bienek-Förderpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie mit Arbeitsstipendien der Villa Aurora, Los Angeles, des Goethe-Instituts Kopenhagen (in Reykjavík), des Berliner Senats und der Stiftung Brandenburger Tor.

27.01. Cia Rinne & Gernot Wieland

Freitag, 27. Januar 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Programmschwerpunkt CON_TEXT
Mit Cia Rinne & Gernot Wieland

Im Januar 2017 startet in der Lettrétage die Veranstaltungsreihe CON_TEXT, die das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren sucht. Jede der zehn geplanten CON_TEXT-Veranstaltungen wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen. Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.

Die erste Veranstaltung wird von Cia Rinne (Autorin) und Gernot Wieland (bildender und darstellender Künstler) konzipiert und umgesetzt.

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.