Daniela Seel in Interveiw with Kinga Tóth and Doro Billard

7 days, 2 artists, 1 location: As part of the project CON_TEXT, two artists had one week to develop an event together at the Lettrétage

Poet and publisher Daniela Seel visits the CON_TEXT artists Kinga Tóth and Doro Billard at the Lettrétage.

Translated from German by Elizabeth Toole.

© Daniela Seel

Daniela Seel: The room seems immediately so different when you enter, we could start with that straight away. Various steps of different processes and utensils can be seen here – can you perhaps say something about what is going on here and what will happen.

Kinga Tóth: Ok. I should perhaps start with the texts. These texts on the floor all have a lot to do with water. That’s why we chose to work together. There was a CON_TEXT discussion round, not blind dates exactly but more like two minute dates – and for us it really was an immediate match.

Doro Billard: A topic which made us both think, “that’s exactly what I’m about”. And that’s where the obvious idea came about that we would work together. Kinga’s texts, so clearly about water, about women in water, in basins, about a woman who jumps into a tank, the whole theme of girls’ bodies, women’s bodies, it all really spoke to me.

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Daniela Seel im Gespräch mit Kinga Tóth und Doro Billard

7 Tage, 2 Künstler*innen, 1 Ort: Im Rahmen des Projekts CON_TEXT erarbeiten jeweils zwei Künstler*innen innerhalb einer Woche in der Lettrétage gemeinsam eine Veranstaltung

Die Lyrikerin und Verlegerin Daniela Seel besuchte die CON_TEXT-Künstlerinnen Kinga Toth und Doro Billard in der Lettrétage.

 

© Daniela Seel

Daniela Seel: Die Raumsituation ist schon so unmittelbar anders, wenn man hereinkommt, wir könnten gleich daran anknüpfen. Man sieht hier diverse Arbeitsschritte und Utensilien ‒ erzählt doch vielleicht einfach etwas dazu, was hier so vor sich geht und noch vor sich gehen soll.

Kinga Tóth: Okay.  Ich kann vielleicht mit den Texten anfangen. Was man hier jetzt auf dem Boden sieht, sind Texte, die viel mit Wasser zu tun haben. Deswegen haben wir einander auch ausgewählt. Es gab diese CON_TEXT-Gesprächsrunde, nicht Blind Dates, eher Zwei-Minuten-Dates ‒ und bei uns war das wirklich direkt so ein Match.

Doro Billard: Ein Thema, wo wir beide gemerkt haben: Genau daran bin ich gerade. Und deswegen sofort die klare Vorstellung, dass wir da zusammenarbeiten. Diese Texte von Kinga, wo es sehr stark um Wasser geht, um Mädchen im Wasser, im Becken, um eine Frau, die in einen Tank springt, die ganze Thematik von Mädchenkörper, Frauenkörper und Wasser hat mich total angesprochen.

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Norbert Lange: To Say A Poem

Norbert Lange writing to Mathias Traxler about ‚Haut-Parleurs‘, a literary event which was conceived and presented by both Harald Muenz and Mathias Traxler in the Lettrétage on the 23th February 2017 as part of the ‚CONT_TEXT‘ project.

Translation: Alice Bibbings

 

7/3/2017

Dear Mathias,

That was a great reunion! And also a lovely opportunity to refresh the themes that we often come back to in our conversations together. The right word to describe the Robin Blaser’s way with words occurred to me afterwards on the way home. It wasn’t ‚elegance‘ that I was thinking of and that I first tried to explain to you, even though that is most certainly a characteristic of Blaser’s poetry; rather, the word I was looking for was ‚attentiveness‘. I like to think that you can hear just how much or how little room poets give words in their poetry. When I listen to Blaser (and I had the same impression when listening to Harald Muenz and yourself) I can sense that a certain attention has been paid to the words that allows them to really express themselves. It shows that the words have be treated with real care, as you become aware of just how sensitive they are and equally of the wrath that they can unleash if they are not handled properly. Sensitivity and fragility are not synonymous, after all.

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Norbert Lange: Ein Gedicht sagen

Norbert Lange an Mathias Traxler anläßlich der von Harald Muenz und Mathias Traxler gemeinsam konzipierten und präsentierten Literaturveranstaltung „Haut-Parleurs“ am 23. Februar 2017 in der Lettrétage im Rahmen des Projekts CON_TEXT:

 

7.3.2017

Lieber Mathias,

 

das war ein gutes Treffen! Auch eine schöne Gelegenheit, die Themen aufzufrischen, auf die wir in unseren Gesprächen oft zurückkommen. Auf dem Heimweg ist mir dann noch das richtige Wort eingefallen, um Robin Blasers Umgang mit den Wörtern zu beschreiben: Es war nicht „Eleganz“, an die ich dachte und wie ich zuerst erklären versuchte, auch wenn das, ganz sicher sogar, eine Eigenschaft von Blasers Gedichten ist; sondern das Wort, nach dem ich suchte, war „Achtsamkeit“. Ich bilde mir ein, dass man Dichtern anhören kann, wie sehr sie in ihren Gedichten den Wörtern Raum geben, oder wie wenig sie ihn ihnen überlassen. Wenn ich Blaser höre – und als ich Harald Muenz und Dir zuhörte, hatte ich denselben Eindruck –, spüre ich eine Aufmerksamkeit, die den Wörtern die Möglichkeit lässt, sich zu artikulieren. Es ist ein Hegen der Wörter, da man um ihre Sensibilität weiß und ebenso darum, welchen Zorn sie über einem entladen können, wenn sie falsch angefasst werden. Sensibilität und Zerbrechlichkeit sind eben nicht synonym. Die Angewohnheit der Wörter, sich gegen den zu wenden, der sie gebraucht, tritt dazwischen. Und nur Schwachköpfe oder selbstgerechte Autokraten glaubten dann, dass sie ihnen blind folgen. So schnell kann sich täuschen, wer meint, mit Wörtern auf etwas hinauszulaufen, während sie mit ihm schon umspringen, wie es ihnen gefällt. Wie man auf Wörter gekommen ist, so hat man sie sich möglicherweise schon eingefangen. Und wer trotz mehrerer Backpfeifen noch meint, keinen Grund zum Zweifel am eigenen Verhalten zu haben, der wurde unlängst zur Marionette seiner empfindlichen Wärter.

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Harald Muenz and Mathias Traxler in conversation

An extract from Harald Muenz and Mathais Traxler’s mail correspondence during the preparation stages of the CON_TEXT event ‚Haut-Parleurs‘ on the 22nd, 23rd, 24th of February 2017 in the Lettrétage. (For further information about the event and its preparation, see here: video, photos, Norbert Lange’s letter to Mathias Traxler about the event).

Translation: Alice Bibbings.

1: So, before I print out the score, I need to quickly get some paper and buy a few things.

2: Attached are a couple of examples of what the Minnesang II-Block might look like.

1: Gah. I just got your email. Lovely – Chopin, Schumann and Tristan!! Are you playing that on the piano?

2: Thank you very much for the interlined Konrad – now everything is much clearer.

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Gespräch zwischen Harald Muenz und Mathias Traxler

Auszug aus der Mailkorrespondenz zwischen Harald Muenz und Mathias Traxler in Vorbereitung der CON_TEXT-Veranstaltungen „Haut-Parleurs“ am 22., 23. und 24. Februar 2017 in der Lettrétage, redigiert als Gespräch:


1: So, bevor ich nun die Partitur mal ausdrucke, muss ich rasch Papier holen gehen und ein paar Komissionen machen.

2: Anbei ein, zwei Beispiele, wie es im Minnesang II-Block aussehen könnte.

1: Hach, grad kommt deine Mail. Schön, Chopin, Schumann & Tristan!! Bist du das am Klavier?

2: Herzlichen Dank für den interlinearen Konrad — jetzt ist es natürlich ganz klar.

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